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Informationen für Unternehmen

Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

Bund und Kantone unterstützen notleidende Unternehmen

Die Coronakrise hat gewisse Unternehmen hart und existenzgefährdend getroffen. Damit möglichst viele Arbeitsplätze und üblicherweise gesunde Unternehmen erhalten werden können, haben Bund und Kantone finanzielle Hilfe für Härtefälle gesprochen. Härtefallmassnahmen kommen nur dann zum Einsatz, wenn alle anderen Unterstützungsgefässe ausgeschöpft sind.

Der Kanton Luzern unterstützt mit den Härtefallmassnahmen zwei Arten von Härtefällen:

  1. Unternehmen, die bedingt durch die Covid-19-Pandemie einen Umsatzrückgang von 40 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren erlitten haben.
  2. Unternehmen, die nach dem 1. November 2020 für mindestens 40 Kalendertage aufgrund der Covid-19-Pandemie behördlich geschlossen wurden. Dafür stehen 220 Millionen A-fonds-perdu-Beiträge zur Verfügung. Für behördlich geschlossene Unternehmen gelten vereinfachte Zugangsbedingungen.

Neuigkeiten zu Härtefallmassnahmen

Neue Bundesvorgaben führen zu Verordnungsanpassungen
01.04.2021 In der vergangenen Märzsession hat der Kantonsrat die Luzerner Regierung beauftragt, die aktuelle Lösung für Unternehmen, die nicht behördlich geschlossen sind, zu analysieren und unter Berücksichtigung der Anpassungen des Bundes weiterzuentwickeln. Am 31. März hat nun der Bund die weiteren Vorgaben bezüglich Härtefälle beschlossen, so etwa für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als fünf Millionen Franken. Zusammen mit Vertretern aus Wirtschafts- und Branchenverbänden, Gewerkschaften sowie des Luzerner Finanzdepartements wird der Kanton Luzern seine Verordnung anpassen. Sobald konkrete Vorschläge vorliegen, wird hier informiert.

Luzerner Unternehmen erhalten mehr Geld
23.03.2021 Der Luzerner Regierungsrat hat im vergangenen Januar 40 Millionen Franken für behördlich geschlossene Unternehmen gesprochen. Jetzt zeichnet sich ab: Diese Summe reicht nicht, um alle Unternehmen, die aufgrund der Coronapandemie geschlossen bleiben müssen, zu unterstützen. Darum hat die Gesamtregierung heute weitere 180 Millionen Franken als gebundene Mittel gesprochen, um die Folgen der Pandemiemassnahmen für die Wirtschaft besser abzufedern. Mehr Informationen: Link.

16.03.2021 Der Kantonsrat hat weitere finanzielle Mittel in der Höhe von 21,65 Millionen Franken für nicht geschlossene Unternehmen, die als Härtefall gelten, bewilligt. Neu wird zudem das Verhältnis zwischen Krediten und A-fonds-perdu-Beiträgen flexibilisiert. Der Entscheid gilt rückwirkend auf alle bisher eingereichten Gesuche. Die Neubeurteilung erfolgt automatisch. Die Entscheide des Kantonsrates haben keine Auswirkungen auf Betriebe, die behördlich geschlossen sind. Mehr Informationen: Link.

Anträge unbedingt vollständig einreichen
Uns erreichen zahlreiche unvollständige oder unsauber ausgefüllte Anträge. Diese können leider nicht weiterbearbeitet werden. Bitte achten Sie daher auf Vollständigkeit und Korrektheit Ihrer Angaben. Fehlerhafte und unvollständige Unterlagen führen zu hohen Zusatzaufwänden und verzögern die Bearbeitung der Anträge.

Übersicht: Bereits gesprochene Unterstützung, Stand 31.03.2021
Der Kanton Luzern stellt für Härtefallmassnahmen total rund 266 Millionen Franken bereit. 220 Millionen für behördlich geschlossene Betriebe wie etwa Restaurants und rund 46,6 Millionen für nicht behördlich geschlossene Unternehmen. Bis am 31. März 2021 wurden total rund 57 Millionen Franken gesprochen.

Haertefaelle 9 April

Das Unterstützungsmodell des Kantons Luzern

Überblick

Unter den folgenden Stichworten finden Sie einen Überblick zu den wichtigen Voraussetzungen, die bei der Einreichung eines Gesuchs für Härtefallzahlungen zu beachten sind.
  • Zugangsvoraussetzungen
    • Einzelunternehmung, Personengesellschaft oder juristische Person mit Sitz im Kanton Luzern
    • Gründung vor dem 01. Oktober 2020
    • Aktiver und gültiger Eintrag im UID-Register des Bundesamtes für Statistik (BFS) - https://www.uid.admin.ch/ mit eindeutiger Unternehmens-Identifikationsnummer.
    • Durchschnittlicher Umsatz der Jahre 2018 und 2019 von mindestens 50'000 Franken (angepasste Berechnungen für Unternehmen, die auf 01.01.2020 oder später gegründet wurden oder solche, die nach Gründung 2018/2019 überlange Geschäftsjahre haben)
    • Lohnkosten fallen überwiegen in der Schweiz an
  • Abgrenzung zu anderen Unterstützungsarten
    Unternehmen, respektive Unternehmenssparten mit Anspruch auf branchenspezifische Finanzhilfen vom Bund im Bereich Sport, Kultur oder öffentlicher Verkehr haben keinen Anspruch auf kantonale Härtefallhilfe. Kurzarbeitsentschädigung, Erwerbsersatz oder Covid-19-Kredite zählen nicht als branchenspezifische Finanzhilfen.
  • Verwendung und Eigenleistung
    • Während drei Jahren oder bis zur Rückzahlung der erhaltenen Hilfe dürfen keine Dividenden und Tantiemen beschlossen oder ausgeschüttet werden. Gewährte Mittel dürfen zudem nicht an ausländische Gruppengesellschaften übertragen werden.
    • Unterstützung innerhalb von Holding-, Konzernstrukturen oder ähnlichen unter einheitlicher Leitung stehenden Unternehmensverbunden wurde geprüft und ist ausgeschöpft.
  • Finanzielle Nachhaltigkeit
    • Das Unternehmen war vor dem Ausbruch von Covid-19 profitabel oder überlebensfähig. Das heisst insbesondere, dass es sich nicht in einem Konkursverfahren oder in Liquidation befindet.
    • Das Unternehmen bestätigt, dass es sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für Sozialversicherungs- oder Steuerbeiträge befunden hat. Wenn zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung eine vereinbarte Zahlungsplanung vorliegt oder das Betreibungsverfahren durch Zahlung abgeschlossen ist, gilt die Anspruchsvoraussetzung als erfüllt.
  • Spartenrechnungen
    Unternehmen, die in verschieden Branchen tätig sind und dies klar durch eine Spartenrechnung oder entsprechende Mehrwertsteuerabrechnung abgrenzen können, haben die Möglichkeit, eine separate Prüfung nach Sparte zu beantragen. 
  • Selbstdeklaration
    Das Unternehmen füllt das Antragsformular vollständig und wahrheitsgetreu aus. Personen, die unrichtige Angaben machen oder absichtlich wichtige Informationen vorenthalten, können strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
  • Nachlassstundung im Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen

    Ein Unternehmen, welches von der Insolvenz bedroht ist, seine Geschäftstätigkeit jedoch fortsetzen möchte und eine konkrete Sanierungsperspektive vor Augen hat, kann ein Gesuch um provisorische Nachlassstundung stellen. Das Gesuch ist beim Bezirksgericht einzureichen, in dessen Gerichtsbezirk das Unternehmen seinen Sitz hat. Im Gesuch müssen zwei Punkte glaubhaft gemacht werden: Erstens, dass die Anforderungen an Unternehmen gemäss dem 2. Abschnitt der nationalen Covid-19-Härtefallverordnung (SRL 951.262) erfüllt sind; und zweitens, dass Härtefallmassnahmen bereits beantragt wurden oder dies so bald als möglich gemacht wird (z.B. mit dem Einreichen einer Kopie des Gesuches um Härtefallmassnahmen).

    Während der Nachlassstundung kann ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit grundsätzlich fortsetzen. Gegen das Unternehmen können aber Betreibungen (unter Vorbehalt von grundpfandgesicherten Forderungen) weder eingeleitet noch fortgesetzt werden; Zivilprozesse und Verwaltungsverfahren über Nachlassforderungen sind grundsätzlich sistiert (Art. 297 SchKG). Mit der Nachlassstundung gewinnt ein Unternehmen Zeit, um ein Gesuch auf eine Härtefallzahlung vorzubereiten, auf die Auszahlung zu warten und allenfalls andere Sanierungsmassnahmen einzuleiten. Wird das Gesuch um Härtefallmassnahmen gutgeheissen, kann das Unternehmen spätestens mit der Auszahlung des Geldes wieder aus der Nachlassstundung entlassen werden. Wird dem Gesuch um Härtefallmassnahmen nicht stattgegeben oder wird gar kein Gesuch eingereicht, wird der Konkurs eröffnet (Art. 293a SchKG). Bei der Nachlassstundung im Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen wird im Regelfall kein Sachwalter eingesetzt. Zudem ist das Verfahren vor den Nachlassgerichten bei Nachlassgesuchen, welche sich auf die Covid-19-Härtefallverordnung abstützen, grundsätzlich kostenlos.

Behördlich geschlossene Betriebe

Unternehmen, die nach dem 1. November 2020 für mindestens 40 Kalendertage aufgrund der Covid-19-Pandemie behördlich geschlossen werden für ungedeckte Fixkosten entschädigt.
  • Bemessungsgrundlage
    Die Unterstützung wird basierend auf dem Umsatz der Jahre 2018 und 2019 berechnet. Die Umsätze der Vorjahre werden um nicht von der Schliessung betroffene Geschäftsfelder bereinigt. Später erfolgte Gründungen werden gemäss den Vorgaben des Bundes berücksichtigt. 
  • Unterstützungshöhe

    Die Höhe der Unterstützung wird pro Branche festgelegt. Berücksichtigt werden die Fixkosten im branchenweiten Vergleich und die Dauer der behördlich angeordneten Schliessung.

  • Entschädigungsbeispiel

    Restaurants weisen im branchenweiten Durchschnitt Fixkosten in der Höhe von 25% des Jahresumsatzes aus (gemäss Angaben des Bundes). Bis Ende Februar 2021 waren Restaurants bedingt durch Covid-19 bisher insgesamt 5 Monate geschlossen. Anteilsmässig wird daher eine Abgeltung der unbedeckten Fixkosten in der Höhe von 10% des Jahresumsatzes der Vorjahre übernommen. 

    Restaurants:
    25% des Umsatzes x 5/12 = 10% des Jahresumsatzes

    Fitnesscenter:
    42% des Umsatzes x 5/12 = 17.5% des Jahresumsatzes

    Detailhandelsbetriebe:
    20% des Umsatzes x 3.5/12 = 6%

  • Obergrenzen
    Nicht rückzahlbare Beiträge belaufen sich auf höchstens 20 Prozent des relevanten Umsatzes. Für diese Beiträge beläuft sich die Obergrenze pro Unternehmen auf 750'000 Franken.

Behördlich nicht geschlossene Betriebe

Unternehmen, die eine Umsatzeinbusse von mindestens 40 Prozent (im Vergleich zu den Vorjahren) vorweisen werden unterstützt.

  • Bemessungsgrundlage

    Die Unterstützung für Unternehmen, die nicht behördlich geschlossen sind, zielt darauf ab, die Arbeitsplätze und Unternehmensstrukturen zu erhalten. Es wird daher nicht die Umsatzeinbusse der Vergangenheit gedeckt, sondern die zukünftig benötigte Liquidität sichergestellt. Der Unterstützungsbeitrag wird basierend auf dem eingereichten Liquiditätsplan festgelegt. Dabei wird sichergestellt, dass die Unternehmen genügend Liquidität für vorerst vier Monate haben. Einnahmen durch andere Covid-19 bedingte Unterstützungsgefässe werden berücksichtigt. Die Unterstützung der ersten Tranche deckt den Liquiditätsbedarf der Monate Februar bis Mai ab. Unternehmen können weitere Anträge stellen, für die Zeit nach Ablauf der ersten unterstützten vier Monate.

  • Unterstützungshöhe

    Die Höhe der Unterstützung ergibt sich grundsätzlich aus dem nachvollziehbar und verlässlich dargelegten Liquiditätsbedarf. Die Unterstützung erfolgt in Form von Kreditgarantien und A-fonds-perdu-Beiträgen. Der Kantonsrat entschied am 16. März 2021 über eine Flexibilisierung des Verhältnisses von Kreditgarantien und A-fonds-perdu-Beiträgen. Die Anpassungen durch den Kantonsrat werden auch rückwirkend auf bereits bearbeitete Gesuche übernommen (zur Mitteilung).

  • Entschädigungsbeispiel
    • Ein Unternehmen ohne eigene finanzielle Mittel hat einen monatlichen Liquiditätsabfluss von 10'000.- Fr. 
    • Das Unternehmen bekommt eine finanzielle Unterstützung von 10'000.- Fr. pro Monat für die Monate Februar bis Mai. Insgesamt beträgt die Unterstützung der ersten Zahlung damit 40'000.- Fr. 
    • Die Unterstützung erfolgt in Form von Kredit und A-fonds-perdu-Beiträgen basierend auf den Bedürfnissen aus der eingereichten Liquiditätsplanung. Das Verhältnis zwischen Kredit und A-fonds-perdu-Zahlungen beträgt im Moment 9:1 (90% Kredit, 10% A-Fonds-perdu). Eine Projektgruppe unter dem Vorsitz von Finanzdirektor Reto Wyss entwickelt das Unterstützungsmodell im Moment weiter. Sobald konkrete Entscheide über die Weiterentwicklung der Härtefall-Lösung vorliegen, werden wir Sie und die Öffentlichkeit darüber informieren. Wichtig: Sämtliche Gesuche werden automatisch rückwirkend nach den neuen Gegebenheiten noch einmal beurteilt.

    • Wichtig: Weitere Unterstützungsgesuche für jeweils weitere 4 Monate sind möglich. Das heisst, insgesamt können drei Zahlungen erbracht werden. 
  • Obergrenzen

    Rückzahlbare Beiträge belaufen sich auf höchstens 25 % des relevanten Jahresumsatzes (in der Regel der durchschnittlicher Umsatz 2018 und 2019). Der Maximalbetrag pro Unternehmen liegt bei 2 Millionen Franken.

Vom Antrag bis zur Auszahlung

  • Beurteilung der eingereichten Anträge
    1. Formelle Prüfung auf Vollständigkeit und Erfüllung sämtlicher Selbstdeklarationen.
    2. Fachliche Prüfung: Die eingereichten Unterlagen werden hinsichtlich der Bundesvorgaben plausibilisiert.
    3. Aus der detaillierten Prüfung resultiert eine qualitative und datenbasierte Einschätzung.
  • Entscheid der Expertengruppe
    Nach der Prüfung entscheidet eine vom Regierungsrat eingesetzte Expertengruppe über den Antrag. Der Entscheid ist nicht anfechtbar. Die Antragsstellenden werden per E-Mail über den Entscheid informiert.
  • Auszahlungsprozess
    • Information der Gesuchsstellenden über Entscheid der Expertengruppe
    • Nicht rückzahlbare Beiträge: Auszahlung direkt vom Kanton an das Unternehmen
    • Kredite: Die Abwicklung erfolgt über die Luzerner Kantonalbank. Die Abwicklung über andere Banken ist im Rahmen der aktuellen Prozesse nicht möglich. Diese Geschäftsbeziehung ist, wo eine solche noch nicht besteht, vor der Auszahlung des Kredits zu eröffnen. Eine allfällige Eröffnung eines Kontos bei der Luzerner Kantonalbank ist erst nach Abschluss des Gesuchsprozesses (inkl. Entscheid der Expertengruppe) nötig.

Formulare

Häufige Fragen

Fragen zum Umgang mit weiteren Unterstützungsmassnahmen

Fragen zur Anspruchsberechtigung

Technische / Organisatorische Fragen

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