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Fragen und Antworten zur bedingten Gewinnbeteiligung

Fragen und Antworten zur bedingten Gewinnbeteiligung

Die nachstehenden Fragen werden laufend ergänzt, sobald uns vom SECO neue Informationen zur Verfügung stehen. Wir sind bemüht, unser Vorgehen mit dem Bund abzustimmen und Ihnen die entsprechenden Informationen so bald wie möglich zur Verfügung zu stellen. Eine Übersicht bietet Ihnen auch die Externe Anleitung zur bedingten Gewinnbeteiligung (Stand 11.02.2022)

  • Sinn und Zweck: Weshalb gibt es eine bedingte Gewinnbeteiligung?

    Bund und Kanton haben den von der Covid-19-Epidemie betroffenen Unternehmen rasch und unbürokratisch Härtefallhilfe in Form von A-fonds-perdu-Beiträgen geleistet. Dank dieser staatlichen Unterstützung haben sich viele Luzerner Unternehmen wirtschaftlich erholen können. Die ausgerichtete Härtefallhilfe soll nun nicht dazu führen, dass private Unternehmensgewinne durch Steuergelder finanziert werden. Deshalb wurde die bedingte Gewinnbeteiligung von Bund und Kanton eingeführt.

  • Gesetzliche Grundlage: Welches ist die gesetzliche Grundlage für die bedingte Gewinnbeteiligung?

    Für Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 5 Mio. Franken befindet sich die gesetzliche Grundlage in Art. 12 Abs. 1septies Covid-19-Gesetz in Verbindung mit Art. 8e Covid-19-Härtefallverordnung.

    Für Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 5 Mio. Franken befindet sich die gesetzliche Grundlage in § 3b Kantonale Härtefallverordnung Covid-19.

  • Persönlicher Geltungsbereich: Für welche Unternehmen gilt die bedingte Gewinnbeteiligung?

    Die bedingte Gewinnbeteiligung gilt grundsätzlich für alle Luzerner Unternehmen, welche A-fonds-perdu-Beiträge erhalten haben. Dadurch kommt der Kanton Luzern seinem Leitprinzip nach, im Rahmen der Härtefallhilfe möglichst alle Unternehmen gleich zu behandeln. Die bedingte Gewinnbeteiligung gilt somit für alle Kategorien (1 bis 3b), für Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter und über 5 Mio. Franken, für Unternehmen aller Branchen genauso wie für natürliche (Einzelunternehmen) und juristische Personen.

  • Zeitlicher Geltungsbereich: Ab wann und für welchen Jahresgewinn unterliegt ein Unternehmen der bedingten Gewinnbeteiligung?

    Im Frühling und Frühsommer 2021 erfolgten verschiedene Verordnungsänderungen auf Stufe Bund und Kanton. Deshalb sind nicht alle Unternehmen von der bedingten Gewinnbeteiligung im gleichen Umfang betroffen. Folgende Datumsgrenzen sind relevant:

    • 1. April 2021: Wenn ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz grösser 5 Mio. Franken seit dem 1. April 2021 einen A-fonds-perdu-Beitrag erhalten hat, unterliegt das Unternehmen der bedingten Gewinnbeteiligung. Massgeblich ist der Jahresgewinn 2021, abzüglich eines allfälligen Verlusts 2020 (Ausnahme: unterjähriges Geschäftsjahr). Zurückgeführt wird maximal die Summe aller ausbezahlten A-fonds-perdu-Beiträge; inklusive derjenigen, welche vor dem 1. April 2021 ausbezahlt wurden.
    • 21. April 2021: Wenn ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz kleiner 5 Mio. Franken seit dem 21. April 2021 einen A-fonds-perdu-Beitrag erhalten hat, unterliegt das Unternehmen der bedingten Gewinnbeteiligung. Massgeblich ist der Jahresgewinn 2021, abzüglich eines allfälligen Verlusts 2020 (Ausnahme: unterjähriges Geschäftsjahr). Zurückgeführt wird maximal die Summe aller ausbezahlten A-fonds-perdu-Beiträge; inklusive derjenigen, welche vor dem 21. April 2021 ausbezahlt wurden.
    • 19. Juni 2021: Wenn ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz kleiner 5 Mio. Franken seit dem 19. Juni 2021 einen A-fonds-perdu-Beitrag erhalten hat, unterliegt das Unternehmen der bedingten Gewinnbeteiligung. Massgeblich ist der Jahresgewinn 2020 und 2021, abzüglich eines allfälligen Verlusts 2020 oder 2021 (Ausnahme: unterjähriges Geschäftsjahr). Zurückgeführt wird maximal die Summe aller ausbezahlten A-fonds-perdu-Beiträge; inklusive derjenigen, welche vor dem 19. Juni 2021 ausbezahlt wurden.

    Massgebend für die Datumsgrenze ist dasjenige Datum, welches auf der schriftlichen Verfügung steht.

    Falls ein Unternehmen aufgrund einer Spartenrechnung für unterschiedliche Kategorien A-Fonds-perdu-Beiträge erhalten hat, gilt das Datum der Verfügung der letzten Auszahlung für alle Kategorien für die Datumsgrenze des Gesamtunternehmens.

  • Höhe der Rückzahlung: Welcher Betrag ist maximal zurückzuführen?

    Beispiel 1: Ein Unternehmen hat 200’000 Franken A-fonds-perdu-Beiträge erhalten. Im Jahresabschluss 2021 weist es 150’000 Franken Gewinn aus. Im Jahresabschluss 2020 weist es 50'000 Franken Verlust aus. Der Verlust ist nun vom Gewinn in Abzug zu bringen. Somit beträgt der Gewinn 2021 abzüglich des Verlustes 2020 100'000 Franken. Das unterstützte Unternehmen hat nun im Rahmen der bedingten Gewinnbeteiligung 100’000 Franken zurückzuführen.

    Total erhaltene A-fonds-perdu Beiträge

    Fr. 200’000.-

    Gewinn 2021 abzgl. Verlust 2020

    Fr. 100’000.-

    Zurückzuführender Gewinn

    Fr. 100’000.-

     

    Beispiel 2: Ein Unternehmen hat 200’000 Franken A-fonds-perdu-Beiträge erhalten. Im Jahresabschluss 2021 weist es 400’000 Franken Gewinn aus. Im Jahresabschluss 2020 weist es 100'000 Franken Verlust aus. Der Verlust ist nun vom Gewinn in Abzug zu bringen. Der Gewinn 2021 abzüglich Verlust 2020 beträgt somit 300’000 Franken. Zurückzuführen ist maximal derjenige Betrag, mit welchem das Unternehmen vom Staat unterstützt wurde, d.h. im vorliegenden 2. Beispiel: 200’000 Franken.

    Total erhaltene A-fonds-perdu Beiträge

    Fr. 200’000.-

    Gewinn 2021 abzgl. Verlust 2020

    Fr. 300’000.-

    Zurückzuführender Gewinn

    Fr. 200’000.-

     

  • Verbuchung: Wie müssen die Härtefallbeiträge verbucht werden?

    Die Covid-19-Härtefallhilfen sollen im Zeitpunkt des Zahlungseingangs als Passive Rechnungsabgrenzung verbucht werden, da unklar ist, in welchem Umfang sie erfolgswirksam realisiert werden können. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt am Jahresende im Umfang des ausgewiesenen Verlustes 2021 und eines allfälligen Verlustes 2020. Der überschiessende Teil wird per Bilanzstichtag als Passive Rechnungsabgrenzung ausgewiesen und zurückbezahlt. Entsprechend wird die Steuerrückstellung ermittelt. Die Berechnung der Rückzahlungsverpflichtung erfolgt auf Basis des Reingewinns 2021 vor Steuern und Rückzahlung. (Gemäss Information des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO vom 29. Oktober 2021 an die Kantone)

    Wenn die Härtefallgelder als Transitorische Passiven verbucht werden und dann der Verlust über Transitorische Passiven ausgeglichen wird, dann kann der restliche Teil der Transitorischen Passiven für die bedingte Gewinnbeteiligung auf Rückstellungen gebucht werden und ist somit erfolgs- und steuerneutral.

    Allfällige Härtefallgelder für das 2. Halbjahr 2021 (die Gesuchsfrist läuft vom 30.3.-30.4.2022) sind, trotz Auszahlung im 2022, ebenfalls im Geschäftsjahr 2021 zu verbuchen und unterliegen der bedingten Gewinnbeteiligung 2021.

  • Steuerabschluss und Steuererklärung: Muss wegen der bedingten Gewinnbeteiligung ein spezieller Steuerabschluss erstellt bzw. eine spezielle Steuererklärung ausgefüllt werden?

    Nein. Der Jahresabschluss 2021 kann ganz normal wie jedes Jahr erfolgen. Die Dienststelle Steuern wird als erstes die ordentliche Steuerveranlagung vornehmen und verfügen. Erst in einem zweiten Schritt wird dann geprüft, ob ein Unternehmen einen Gewinn im Sinne der bedingten Gewinnbeteiligung erzielt hat, welcher zurückzuführen ist. Dazu wird eine separate Verfügung erlassen, welche nichts mit der ordentlichen Steuerveranlagung zu tun hat. Zusammen mit der Verfügung wird eine entsprechende Rechnung versandt. Eine Rückzahlung muss erst auf Basis dieser Rechnung erfolgen.

  • Sofortabschreibungen: Das Steuerrecht des Kantons Luzern kennt die sog. Sofortabschreibungen. Der Bund und andere Kantone kennen diese nicht. Wie werden Sofortabschreibungen bei der bedingten Gewinnbeteiligung berücksichtigt?

    Gemäss Information des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO müssen Sofortabschreibungen bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 5 Mio. Franken für die Berechnung des zurückzuführenden Gewinns korrigiert werden. Nur so könne die Vorgabe zur Gleichbehandlung aller Unternehmen in der Schweiz eingehalten werden. Sofortabschreibungen sind in dem Umfang unbeachtlich, als dass sie die ordentlichen Abschreibungen übersteigen. Davon unberührt bleibt die Zulässigkeit von Direkt-/Einmalabschreibungen für steuerliche Zwecke. Unternehmen dürfen somit für den Steuerabschluss weiterhin Sofortabschreibungen vornehmen. Diese werden einzig bei der Berechnung des zurückzuführenden Gewinns rechnerisch korrigiert.

    Der Kanton Luzern wendet die vorstehende Regelung analog auch auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 5 Mio. Franken an. Nur dadurch kann der Kanton Luzern seinem Leitprinzip nachkommen, im Rahmen der Härtefallhilfe möglichst alle Unternehmen gleich zu behandeln.

    Berechnungsbeispiel:

    Erhaltene A-fonds-perdu-Beiträge CHF 300’000
    Unternehmensgewinn nach Sofortabschreibung CHF 600’000

    Sofortabschreibung Maschine CHF 500’000
    Degressive Abschreibung (z.B. 30% vom Buchwert im 1. Jahr) CHF 150’000
    Differenz Aufrechnung auf Gewinn (CHF 500’000-150'000) = CHF 350’000

    Gewinn nach Aufrechnung Sofortabschreibung CHF 950’000
    Zurückzuführender Gewinn (bedingte Gewinnbeteiligung) CHF 300’000

    Die Sofort-/Direktabschreibungen des Jahres 2020 werden, analog dem obigen Beispiel, in der Jahresrechnung 2020 korrigiert. Dies führt dann zu einem erhöhten Gewinn (bei denjenigen Firmen, wo der Gewinn 2020 für die bedingte Gewinnbeteiligung berücksichtigt wird) oder zu einem reduzierten Verlust, welcher vom Gewinn 2021 abgezogen werden kann.

    Es erfolgt keine Berücksichtigung von Einmal- und Sofortabschreibungen früherer Jahre als 2020.

    Informationsnotiz des SECO zur bedingten Gewinnbeteiligung vom November 2021.

  • Besondere Geschäftsjahre: Wie werden Geschäftsabschlüsse behandelt, bei denen das Geschäftsjahr nicht identisch ist mit dem Kalenderjahr?

    Gemäss Auskunft des SECO ist für die bedingte Gewinnbeteiligung derjenige Jahresgewinn massgebend, der aus dem Geschäftsjahr resultiert, das im Kalenderjahr 2021 endet.

    A-fonds-perdu-Beiträge, welche erst nach Abschluss des massgebenden Geschäftsjahres ausbezahlt wurden, sind für die Berechnung der bedingten Gewinnbeteiligung zum Ergebnis des Geschäftsjahres 2021 hinzuzuzählen.

  • Eigenlohn: Bei den natürlichen Personen stellt ein Teil des ausgewiesenen Gewinns Eigenlohn dar. Der Eigenlohn ist bei der Berechnung des zurückzuführenden Gewinns vom ausgewiesenen Gewinn abzuziehen. Wie ist dieser Eigenlohn zu berechnen?

    Gemäss Angaben des Seco darf die Berechnung des Eigenlohns nach Vorbild der Berechnung des Tätigkeitsentgelts in der interkantonalen Steuerausscheidung erfolgen. Für die interkantonale Steuerausscheidung wurden zur Berechnung des Tätigkeitsentgelts Prozentsätze festgelegt, welche der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen sind: 

    Die vorstehenden Prozentsätze werden nun auch für die bedingte Gewinnbeteiligung verwendet. Der maximale Eigenlohn, welcher als unbeachtlich für die bedingte Gewinnbeteiligung gilt, beträgt CHF 180'000.

    Der Eigenlohn (gemäss Tabelle) wird in dem Masse für die Berechnung der bedingten Gewinnbeteiligung berücksichtigt, in dem er sich im Rahmen der Vorjahre (2018/19) und des Marktes bewegt. Ist dies nicht der Fall, kann er angepasst werden.

    Berechnungsbeispiel:

    Gewinn gemäss Steuerabschluss CHF 165’000
    Davon 60% gemäss Tabelle = unbeachtlicher Eigenlohn CHF   99’000
    Zurückzuführender Gewinn (bedingte Gewinnbeteiligung) CHF   66’000

  • Wie ist mit aufgrund der Krisensituation im Jahr 2020 nicht getätigten Investitionen umzugehen?

    Hypothetische Investitionen, welche aufgrund der Covid-19-Epidemie nicht getätigt wurden, bleiben unberücksichtigt.

  • Arbeitgeber-Beitragsreserven: Wie werden Arbeitgeber-Beitragsreserven im Rahmen der bedingten Gewinnbeteiligung berücksichtigt?

    Arbeitgeber können innerhalb ihrer Vorsorgeeinrichtung eine Beitragsreserve für kommende Jahre bilden. Dazu dürfen die Zahlungen als steuerbegünstigter Aufwand verbucht werden. Zahlungen in die Arbeitgeber-Beitragsreserven sind im Rahmen der bedingten Gewinnbeteiligung zulässig, sofern sie sich im Rahmen der Zahlungen befinden, welche in den Vorjahren erfolgt sind. Wenn ein unterstütztes Unternehmen in den letzten Jahren nie Arbeitgeber-Reserven gebildet hat und dies nun in den Jahren 2020/2021 tut, wird der dadurch zusätzlich verbuchte Aufwand im Rahmen der bedingten Gewinnbeteiligung korrigiert.

  • Verwendungsverbot: Gilt das Verwendungsverbot weiterhin, wenn mit der bedingten Gewinnbeteiligung der Gewinn bis zur Höhe der gesamten AFP-Beiträge zurückgeführt wurde?

    Nein. Wenn mit der bedingten Gewinnbeteiligung der Gewinn bis zur Höhe der gesamten AFP-Beiträge zurückgeführt werden muss, gilt das Verwendungsverbot nicht mehr. Für Unternehmen, welche der bedingten Gewinnbeteiligung nicht unterliegen bzw. nicht den vollen AFP-Beitrag zurückführen müssen, gilt nach wie vor was folgt: Die staatlich finanzierten Härtefallmassnahmen sollen die Existenz von Schweizer Unternehmen und den Erhalt von Arbeitsplätzen sichern. Daher dürfen während drei Jahren nach Erhalt oder bis zur vollständigen Rückzahlung der Hilfe Dividenden oder Tantiemen weder beschlossen noch ausgeschüttet werden, noch dürfen die Mittel zur Rückerstattung von Kapitaleinlagen oder für Darlehen an Eigentümer dienen noch an ausländische Gruppengesellschaften fliessen.

  • Spartenrechnung: Ein Unternehmen wurde nur für eine Sparte mit Härtefallhilfe unterstützt. Welcher Gewinn ist für die bedingte Gewinnbeteiligung massgebend?

    Für die bedingte Gewinnbeteiligung ist der Gewinn des gesamten Unternehmens und nicht nur derjenige für die unterstützte Sparte massgebend (vgl. Art. 2a i.V.m. Art. 8e Covid-19-Härtefallverordnung vom 18. Dezember 2021). Dies deshalb, weil Gewinne in gewissen Sparten die Verluste aus anderen Sparten ausgleichen sollen, bevor die Unternehmen mit Steuergeldern unterstützt werden. Damit wird die Eigenverantwortung der Unternehmen gestärkt. Zudem wird damit der Pflicht der Unternehmen, zumutbare Selbsthilfemassnahmen zu ergreifen, Rechnung getragen.

  • Aussergewöhnliche Positionen: Wie werden aussergewöhnliche Positionen bei der bedingten Gewinnbeteiligung berücksichtigt?

    Um eine möglichst hohe Gleichbehandlung aller Gesuchsteller zu erreichen, prüft die Dienststelle Steuern die Steuerabschlüsse 2020 und 2021 auf auffällige, aussergewöhnliche Positionen in Bezug auf Lohnaufwand, Warendrittel, Rückstellungen etc. Es soll verhindert werden, dass ein Unternehmen mit betriebsfremden Aufwänden den Verlust vergrössert oder den Gewinn verkleinert. Auffällige Positionen werden von der Dienststelle Steuern korrigiert, wenn sie z.B. (1) nicht geschäftsmässig begründet sind und sich (2) nicht im Rahmen der Vorjahre bewegen. Nebst den aussergewöhnlichen Positionen zuungunsten des Unternehmens werden auch solche zugunsten des Unternehmens korrigiert (z.B. Auflösung von stillen Reserven, um gegenüber der Bank ein besseres Jahresergebnis zu dokumentieren).

  • Meine Firma befindet sich in Liquidation: Muss ich deshalb die Härtefallgelder zurückzahlen?

    Ja. Aufgrund von Art. 6 der nationalen Covid-19-Härtefallverordnung und § 13 der Kantonalen Härtefallverordnung Covid-19 besteht eine Einschränkung der Verwendung der Härtefallgelder. Konkret dürfen im Geschäftsjahr, in dem die Härtefallmassnahme ausgerichtet wird, sowie für die drei darauffolgenden Jahre oder bis zur Rückzahlung der erhaltenen Hilfen, weder Dividenden oder Tantiemen beschlossen oder ausgeschüttet noch Kapitaleinlagen rückerstattet oder Darlehen an Eigentümer vergeben werden. Im Rahmen der Verhinderung von Missbrauch muss der Kanton sicherstellen, dass keine Verstösse gegen das Verwendungsverbot stattfinden. Darunter fallen auch allfällige Ausschüttungen durch die Liquidation des Betriebes. Aufgrund der genannten gesetzlichen Grundlagen und basierend auf dem Zweck der Härtefallgelder, nämlich der längerfristigen Erhaltung der Betriebe, sind im Liquidationsfall sämtliche Härtefallgelder zurückzuzahlen.

  • EO- und Krankentaggelder: Werden bei der Berechnung für die Rückzahlung der erhaltenen Härtefallgelder bei einer Einzelfirma die ausbezahlten EO- und Krankentaggelder im Betriebsgewinn mitberücksichtigt?
    Ja. Bei der Berechnung des Betriebsgewinns werden sämtliche Erträge, also auch EO-, Krankentaggelder und dergleichen, berücksichtigt.
  • Das Unternehmen A hat einen AFP-Beitrag erhalten und fusioniert anschliessend mit dem Unternehmen B. Das Unternehmen B weist 2021 einen Gewinn aus. Unterliegt nun das Unternehmen B der bedingten Gewinnbeteiligung oder erlischt mit der Fusion die Verpflichtung der bedingten Gewinnbeteiligung für das Unternehmen A?
    Gemäss Aussage des SECO gelten die Bestimmungen der Härtefallverordnung auch für die gesamte Unternehmung nach einer Fusion. Die Gewinnbeteiligung gemäss Art. 8e HFMW 20 stützt sich auf Art. 12 Abs. 1septies Covid-19-Gesetz. Die Bestimmung sieht eine Gewinnbeteiligung für Unternehmen und nicht für Unternehmensteile oder Sparten vor. Relevant für die bedingte Gewinnbeteiligung ist somit das Ergebnis des gesamten Unternehmens nach der Fusion.
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