Dossier Sicherheit

In Kürze

  • Luzernerinnen und Luzerner fühlen sich mehrheitlich sicher.
  • Die Zahl der Straftaten nimmt tendenziell seit Jahren ab. Ebenfalls sinkt die Zahl der Verkehrsunfälle.
  • Herausforderungen: 24-Stunden-Gesellschaft – Cybercrime – Wirtschaftskriminalität
  • Aufgrund von Indikatoren ist die Sicherheitslage im Kanton Luzern insgesamt als befriedigend bis gut zu bewerten. Gemäss der Kriminalstatistik 2017 der Luzerner Polizei und des Jahresberichts 2017 der Staatsanwaltschaft sind die schweren Delikte zurückgegangen. Die Aufklärungsquote ist bei Straftaten gegen Leib und Leben hoch. Auch geben die regelmässigen Bevölkerungsbefragungen ein gutes Bild über das Sicherheitsempfinden der Luzerner Bevölkerung ab. Letztmals wurden diese Ergebnisse im Lustat-Focus «Das Leben im Kanton Luzern» publiziert (ab Seite 23).

Sicherheitslage allgemein

Das stetige Bevölkerungswachstum, die erhöhte Mobilität, der Wertewandel und die Anforderungen der 24-Stunden-Gesellschaft stehen den knappen Ressourcen der Polizei und der Strafverfolgungsbehörden gegenüber. Es ist eine zunehmend herausfordernde Aufgabe, die Sicherheit und Ordnung im Kanton Luzern aufrecht zu erhalten. In diesem anspruchsvollen Umfeld machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu jeder Tages- und Nachtzeit einen ausgezeichneten Job.

Verkehrskontrolle

Ist unsere Sicherheit gefährdet?

Die Sicherheitslage kann aufgrund von Indikatoren aktuell als befriedigend bis gut taxiert werden. Gemäss der Kriminalstatistik 2017 der Luzerner Polizei sind die Delikte gemäss Strafgesetzbuch wiederum leicht rückläufig. Besonders erfreulich ist 2017 die hohe Aufklärungsquote bei den Delikten nach Strafgesetzbuch von 39.6 % (2016: 35.5 %; 2015: 32 %; 2014: 30,6 %; 2013: 30,1 %).

Die regelmässigen Bevölkerungsbefragungen zeichnen ein gutes Bild der Situation:

Wenn die Luzernerinnen und Luzerner tagsüber in ihrem Wohnquartier alleine unterwegs sind, fühlen sie sich nahezu gesamthaft sicher (97 Prozent); nachts ist das bei 80 Prozent der Kantonsbevölkerung der Fall. Beides sind hohe Werte und entsprechen den Werten der vorangegangenen Bevölkerungsbefragungen. Die Ergebnisse sind in einem Video kurz zusammengefasst.

Im Bereich der Verkehrssicherheit ist 2017 die Anzahl Unfälle (2205) auf einem ähnlichen Niveau wie in den Jahren 2013 und 2014. Ein Anstieg um rund zehn Prozent musste 2017 bei den Unfällen mit Personenschaden verzeichnet werden. Sowohl bei den schwer- und leichtverletzten sowie bei den im Strassenverkehr getöteten Personen sind die Zahlen gegenüber 2016 leicht gestiegen. Im mehrjährigen Vergleich kann man die Zahlen als stabil bezeichnen, dies trotz jährlichem Zuwachs an Motorfahrzeugen und steigendem Verkehrsaufkommen. Dies unterstreicht aber auch, dass die Luzerner Polizei weiterhin auf die intensiven Verkehrssicherheitsmassnahmen setzen muss, um in den kommenden Jahren das hohe Sicherheitsniveau halten zu können. 

Patrouille_Altstadt

Wie beurteilen Luzernerinnen und Luzernern die sichtbare Präsenz der Polizei?

62 Prozent der Luzerner Bevölkerung empfinden die sichtbare Polizeipräsenz im Kanton als angemessen. 25 Prozent empfinden die Präsenz der Polizei im Kanton mittelmässig, und für 13 Prozent ist die sichtbare Polizeipräsenz ungenügend. Frauen empfinden die sichtbare Polizeipräsenz seltener als angemessen als Männer. Und je älter die Personen sind, desto häufiger äussern sie zu dieser Frage eine kritische Haltung.


Was sind die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft?

Bei Vergehen gegen Leib und Leben sowie bei den Offizialdelikten generell haben die Sicherheitskräfte aktuell knapp genügende Ressourcen. Zunehmend kritisch sind die Mittel insbesondere für die Prävention, Observation und Repression im Bereich der Betäubungsmittel. Ein anhaltender Spardruck auf die Bereiche polizeiliche Sicherheit und Strafverfolgung könnte zur Folge haben, dass vermehrt priorisiert werden muss, bei welchen Ereignissen seitens der Polizei unmittelbar oder mit Verzögerung reagiert wird.

Bereits heute, aber vermehrt noch in der Zukunft werden die Strafverfolgungsbehörden mit dem Phänomen der Cyber-Kriminalität konfrontiert.

Bild_SKP

Bild: Schweizerische Kriminalprävention

Die meisten Menschen nutzen Computer, Tablets, Mobiltelefone und Internet für die tägliche Arbeit, aber auch in der Freizeit. Für viele von uns sind sie zu unverzichtbaren Werkzeugen geworden. Doch im Internet bewegen sich auch Menschen mit kriminellen Absichten. Sie hacken Computer, stehlen persönliche Daten und erpressen Geld. Dabei gehen sie immer professioneller vor.

Cyber-Kriminalität und damit verbunden die IT-Forensik verlangen zunehmend nach Spezialwissen – auch bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Die Auswertung digitalen Daten wird laufend komplexer; einerseits aufgrund der wachsenden Datenmengen, andererseits auch infolge der immer umfangreicheren Möglichkeiten, Daten auf verschiedensten Geräten sowohl lokal als auch in Clouds abzulegen und zugleich aufwendig zu verschlüsseln. Hier besteht – nicht nur bei der Luzerner Polizei – genereller Nachholbedarf, personell wie auch in den Bereichen Ausbildung und Technologie. Ein Lösungsweg ist die engere Zusammenarbeit unter den Kantonen sowie ein gemeinsames Kompetenzzentrum. Eine unterstützende Rolle des Bundes ist wünschenswert, insbesondere bei kantonsübergreifenden oder gar internationalen Fällen von Wirtschaftskriminalität und organisierter Kriminalität. In diesen Bereichen kommt intensiveren Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und dem Bund eine Schlüsselrolle zu.

Die zunehmenden Zahlen im Bereich der Wirtschaftskriminalität setzen die Strafverfolgungsbehörden unter Druck. Auf Juli 2016 hat die Staatsanwaltschaft Luzern die neue, spezialisierte Abteilung 5 Wirtschaftsdelikte ins Leben gerufen. Diese spezialisierte Abteilung hat 2017 insgesamt 140 Strafverfahren erledigt. In 24 Fällen wurde bei den erstinstanzlichen Gerichten Anklage erhoben, weitere 35 Fälle wurden mit einem Strafbefehl rechtskräftig abgeschlossen. Die übrigen Verfahren wurden einerseits an andere Kantone abgetreten, andererseits kam es zu Nichtanhandnahme- oder Einstellungsverfügungen. Dank den zwischenzeitlich implementierten Prozessen und der engen Zusammenarbeit mit der Polizei kann jetzt im Kanton Luzern die Wirtschaftskriminalität wirksam bekämpft werden. Bereits heute ist die Abteilung mit ihrer aktuellen personellen Dotierung mehr als ausgelastet. 

Patrouille_Bahnhof

Seit einigen Jahren spürt die Luzerner Polizei auch die Auswirkungen der 24-Stunden-Gesellschaft. Das veränderte Freizeitverhalten breiter Bevölkerungsschichten – die sogenannte 24-Stunden-Gesellschaft – führt in den städtischen Agglomerationen zu mehr Vandalismus, Nachtruhestörung, Verschmutzung des öffentlichen Raumes, Schlägereien oder Alkoholexzesse. Vorab die Stadt Luzern, aber auch die Agglomerationsgemeinden üben für die Zentralschweiz eine gewisse Zentrumsfunktion aus. Dies beeinflusst den Ressourceneinsatz der Polizei massgeblich und erfordert einen erheblichen und zunehmenden Aufwand in der präventiven Präsenz. Vor allem an den Wochenenden werden permanent viele Einsatzkräfte im Raum Stadt und Agglomeration Luzern gebunden.

Die Luzerner Polizei ist mit den Behörden der Stadt Luzern und der umliegenden Gemeinden in einem permanenten Austausch in Bezug auf Sicherheitsfragen. Weiter hat die Luzerner Polizei im Sommer 2014 das neue Einsatzelement CityPlus eingeführt. Dieses verfolgt die Stossrichtung von Community Policing, was am besten mit gemeinschaftsorientierter Polizeiarbeit oder bürgernaher Polizei zu umschreiben ist. Zentral dabei ist die Vernetzung mit den Partnerorganisationen im öffentlichen Raum – etwa mit Quartiervereinen – sowie sichtbare präventive Präsenz und gezielte Schwerpunktaktionen.

Eine Entspannung an dieser 24-Stunden-Front ist nicht absehbar und vor allem an den Wochenenden werden nach wie vor viele Einsatzkräfte der Luzerner Polizei gebunden.


Personalressourcen und Polizeidichte

Der personelle Bestand der Luzerner Polizei ist seit einigen Jahren auf der politischen Agenda. Der vom Kantonsrat zustimmend zur Kenntnis genommene Planungsbericht 2014 (B 114) weist einen Bedarf von 82 zusätzlichen Stellen aus, politisch bewilligt wurden 50 Stellen. Die Aufstockung hätte schrittweise bis 2019 umgesetzt werden sollen. Aufgrund der finanziellen Situation des Kantons Luzern wurde die Aufstockung um drei Jahre bis 2025 erstreckt.

Zugleich bedeutet dies – vor dem Hintergrund der jährlich um über ein Prozent steigenden Bevölkerungszahlen –, dass die sogenannte Polizeidichte (Anzahl Einwohner auf einen Polizisten/eine Polizistin) im Kanton Luzern weiterhin abnimmt.

Diagramm

Sicherheit rund um Sportveranstaltungen

Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den Fussballspielen des FC Luzern, aber auch Vorfälle bei Spielen in unteren Ligen oder im Rahmen des Fussball-Cups, haben Polizei wie auch Politik dazu bewogen, mit verschiedenen Massnahmen die Gewalt bei Sportveranstaltungen einzudämmen. Mitunter ist der Kanton Luzern dem Hooligan-Konkordat beigetreten. Ein zentraler Aspekt ist der Dialog mit den einzelnen Interessengruppen. Ein Instrument ist beispielsweise der «Runde Tisch Fussball». Zu diesem Gremium gehören der FC Luzern, die Fanarbeit Luzern, die beiden Fan-Dachorganisationen, die VBL sowie die Luzerner Polizei und die Behörden von Stadt und Kanton. Bereits zum dritten Mal in Folge konnte der «Runde Tisch Fussball» Mitte Juni 2018 ein positives Saisonfazit ziehen.

Es ist das Ziel aller involvierten Kreise, diese gute Ausgangslage weiter zu verbessern, damit die Spiele des FC Luzern (aber auch andere sportliche Grossveranstaltungen) weiterhin ein breites Publikum begeistern können.

Sicherheitslage unter dem Aspekt Sparen

2017 stand unter dem Zeichen des Spardrucks. Auch die Luzerner Polizei war davon betroffen. Damit Ordnung und Sicherheit im Kanton Luzern auch künftig gewährleistet werden können, muss die Polizei weiterhin die Bürgernähe pflegen und eine grosse präventive Präsenz zeigen. Beide Aspekte sind von hoher Bedeutung für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Patrouille

Sofortmassnahme reduzierte Patrouillendichte – was war der Effekt?

Aufgrund der Führung und Koordination über die Einsatzleitzentrale konnten bei dringlichen Einsätzen die Patrouillen in der Regel die festgesetzte Frist von elf Minuten im Schnitt (gemäss Budget 2017) nicht eingehalten werden – das Soll wurde 2017 mit 11.2 Minuten leicht überschritten. Bewährt hat sich in diesem Fall die effizientere Ressourcenplanung, die mit der Anfang 2017 eingeführten elektronische Dienstplanung über alle Abteilungen gewährleistet wird. Diese Planungstools ermöglicht einen raschen Überblick über alle Ressourcen der Luzerner Polizei vereinheitlicht die Arbeitsplanung. Ausserdem hat sich die Einführung einer mobilen Einsatzführung bewährt: Dabei handelt es sich um die Ausrüstung der Patrouillenfahrzeuge mit Tablets. Damit erzielt die Luzerner Polizei eine Effizienzsteigerung in der Einsatzbewältigung, indem die Frontmannschaft schneller mit den nötigen Einsatzinformationen bedient und an den Einsatzort navigiert werden kann.


Aktuell: Erfolgreiche Tests der Sicherheitskräfte 2017

In zwei grossangelegten Übungen – Szenario Seenotrettung und Szenario Geiselnahme – wurden die Interventionsfähigkeit, Kommunikation und die Zusammenarbeit erfolgreich überprüft. Die Übung «Nebelhorn» auf dem Vierwaldstättersee hat über die Kantonsgrenzen hinaus sämtliche Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen eingebunden. Das Fazit dieser supponierten Seenotrettung: Die Sicherheits- und Rettungskräfte Luzern sowie Zivilschutz und Feuerwehr haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, auch ausserordentliche Lagen schnell und kompetent zu bewältigen.

Auch 2018 sind ähnliche Übungen geplant.


Infos allgemein

Wie ist die Luzerner Polizei organisiert?

Die Luzerner Polizei gliedert sich organisatorisch in sechs Abteilungen, welche direkt dem Kommando unterstellt sind:

Wo hat die Luzerner Polizei ihre Posten?

Die Sicherheits- und Verkehrspolizei der Luzerner Polizei gliedert sich in acht Polizeiregionen, denen wiederum einzelne Gemeindeposten unterstellt sind. Die aktuelle Liste ist auf der Webseite der Polizei einsehbar.

Der aktuelle Jahresbericht 2017 der Luzerner ist öffentlich und online auf www.polizei.lu.ch verfügbar.