Mit Zug in die Zukunft – dank dem Durchgangsbahnhof

Aktuelles

27.04.2018 – Ohne Zimmerberg-Basistunnel 2 und Durchgangsbahnhof geht es nicht. So steht es im kürzlich publizierten Korridorrahmenplan Zentralschweiz der SBB. Christoph Fessler, Projektleiter des Rahmenplans, erläutert im Interview mit Zentralplus, worum es beim Korridorrahmenplan geht und wie die SBB bei ihrem umfangreichen Variantenstudium vorgegangen sind. Er erklärt, weshalb der Zimmerberg-Basistunnel 2 und der Durchgangsbahnhof die beste Lösung für die Weiterentwicklung der Achse Sursee–Luzern–Zug–Zürich und des Bahnknotens Luzern sind.


26.04.2018 – Die SBB untermauern die Zielsetzung der Zentralschweizer Kantone, die Projektierung und Realisierung des Durchgangsbahnhofs voranzutreiben. Gemäss Korridorrahmenplan Zentralschweiz ist der Durchgangsbahnhof die einzige Lösung zur Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern. Der Rahmenplan deckt sich mit dem Entscheid des Bundesrats, im Sachplan Verkehr nur noch den Durchgangsbahnhof festzuhalten. Mitteilung

26.03.2018 – Der Durchgangsbahnhof ist die einzige Lösung zur Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern. Das hält der Bund in seiner Vernehmlassungsvorlage zum aktualisierten Sachplan Verkehr fest. Die Variante «Doppelspurausbau Rotsee» hat er gestrichen. Der Kanton Luzern begrüsst den Entscheid in seiner Stellungnahme. Dieser deckt sich mit dem Ziel der Zentralschweizer Kantone, die Projektierung und Realisierung des Durchgangsbahnhofs voranzutreiben. Ebenso widerspiegelt der Vernehmlassungsentwurf das klare Bekenntnis des Bundesrats zum Durchgangsbahnhof im Rahmen des Bahnausbauschritts 2030/35. Mitteilung


15.02.2018 – Rund 300 Vertreter aus Wirtschaft und Politik diskutierten am zweiten Mobilitätskongress des Kantons Luzern die Zukunft der Mobilität zwischen Infrastruktur, Innovation und Verhalten. Mit dabei: Hans Wicki, Präsident des Zentralschweizer Komitees Durchgangsbahnhof. Er zeigte auf, weshalb die Zentralschweiz beim Durchgangsbahnhof vorwärts machen muss.


09.01.2018 – Die verkehrliche und wirtschaftliche Bedeutung des Durchgangsbahnhofs Luzern ist nicht nur für den Raum Luzern, sondern für die ganze Schweiz enorm. Entsprechend fordert der Kanton Luzern in seiner Stellungnahme  zum Bahnausbauschritt 2030/35, dass der Durchgangsbahnhof realisiert wird – zumindest eine erste Etappe. In jedem Fall muss der Bund die Projektierung des Durchgangsbahnhofs umgehend auslösen und via Ausbauschritt 2030/35 finanzieren.


22.11.2017 – Nachdem Bundesrätin Doris Leuthard bereits an der Medienkonferenz zur Vernehmlassung des Bahnausbauschritts 2030/35 festhielt, der Bund wolle mit dem kommenden Ausbauschritt die Projektierung des Durchgangsbahnhofs auslösen und auch finanzieren, doppelt er nun nach. In seiner Antwort auf eine Interpellation des Luzerner Ständerats Konrad Graber schreibt der Bundesrat: «Im Ausbauschritt 2035 ist die Finanzierung der Projektierungsarbeiten am Durchgangsbahnhof Luzern durch den Bund vorgesehen, womit die Arbeiten nach einem Parlamentsentscheid zugunsten des Ausbauschritts 2035 ohne Zeitverlust bis zu einem baureifen Projekt weitergehen können.»


Warum braucht es den Durchgangsbahnhof Luzern?


Der Durchgangsbahnhof ist ein Schlüsselelement der schweizerischen Schienenmobilität
Der Durchgangsbahnhof verbessert die Mobilität sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene markant. Erst der Durchgangsbahnhof ermöglicht die im NEAT-Konzept vorgesehene Fahrzeit zwischen Luzern und Mailand: Das Tessin rückt dank Durchgangsbahnhof eine Viertelstunde näher an die Deutschschweiz, der Fahrzeitgewinn zwischen Deutschland–Basel und Mailand beträgt eine halbe Stunde. Die Nord-Süd-Verbindung via Luzern ist damit eine halbe Stunde schneller als via Zürich, was eine attraktive Alternative zur Verbindung über den stark frequentierten Hauptbahnhof Zürich schafft.

Der Durchgangsbahnhof verbessert den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern und in der Zentralschweiz
Die Strecke Luzern–Zug–Zürich ist die meistbefahrene Bahnlinie im Raum Luzern. Infrastruktur und Angebot gelangen zusehends an ihre Grenzen. Mit dem Durchgangsbahnhof verkehren zwischen Luzern und Zürich vier Fernverkehrszüge und vier S-Bahnen pro Stunde – heute sind es je zwei. Der Durchgangsbahnhof verkürzt zudem die Fahrzeit nach Zürich sowie nach Osten und Westen. Der Durchgangsbahnhof ermöglicht ausserdem mehr, schnellere und neue direkte Regionalverbindungen.

Der Durchgangsbahnhof setzt raumplanerische und wirtschaftliche Impulse
Mit dem Durchgangsbahnhof wird ein Teil der oberirdischen Gleisinfrastruktur frei. Es entsteht Raum für Wohnen, Arbeiten und belebte Zentren – und zwar entlang der strategischen Entwicklungsachsen des Kantons Luzern. Der Durchgangsbahnhof erhöht zudem die Standortattraktivität des Wirtschaftsraums Luzern.

Der Durchgangsbahnhof bietet eine zukunftsfähige Lösung für den drittgrössten Bahnhof der Schweiz
Der Durchgangsbahnhof, der einerseits die Kapazitäten ausbaut, andererseits die Reisezeiten verkürzt, antizipiert das künftige Mobilitätswachstum. Bis 2030 nimmt die ÖV-Mobilität im Kanton Luzern um 40 Prozent zu. Bereits in den vergangenen zehn Jahren ist die Schienenmobilität insbesondere auf den kantonalen Hauptentwicklungsachsen massiv gewachsen – um 50 bis 100 Prozent. Der Durchgangsbahnhof ist eine kluge Antwort auf die anstehenden Mobilitätsherausforderungen.


Was ist der Durchgangsbahnhof Luzern?

Der Durchgangsbahnhof verbindet die Hauptachsen Basel/Bern-Luzern und Luzern-Zürich und schafft eine neue Nord-Süd-Verbindung via Luzern.

Durchgangsbahnhof
Hauptbahnverbindungen Nord-Süd und Ost-West

Wie viel kostet der Durchgangsbahnhof und wer bezahlt ihn?

Da der Durchgangsbahnhof in eine komplexe Topografie eingebettet ist, verursacht seine Realisierung vergleichsweise hohe Kosten von 2,4 Milliarden Franken. Angesichts des künftigen Mobilitätswachstums verbessert sich sein Kosten-Nutzen-Verhältnis jedoch kontinuierlich.

Das Bundesamt für Verkehr berücksichtigt bei seiner Kostenberechnung das Angebot, das mit dem Durchgangsbahnhof gefahren werden kann. Dabei werden auch Investitionen auf den Zufahrtsstrecken – etwa zwischen Zug und Zürich – einkalkuliert. Entsprechend fällt bei dieser Betrachtung der Aufwand höher aus. Die Kosten für das Kernprojekt, den Durchgangsbahnhof, belaufen sich jedoch nach wie vor auf 2,4 Milliarden Franken bzw. etappiert auf 1,8 und 0,6 Milliarden Franken.

Die 2,4 Milliarden Franken werden aus dem Bahninfrastruktur-Fonds bezahlt. Dieser wird im Rahmen der Finanzierung und des Ausbaus der schweizerischen Bahninfrastruktur (FABI) von den Kantonen und vom Bund gemeinsam alimentiert. Für die Planung und Umsetzung des Bahnausbaus ist jedoch allein der Bund verantwortlich; die Kantone sind in diesen Prozess involviert. Die Bahninfrastruktur wird dabei schrittweise ausgebaut. Über die jeweiligen Ausbauschritte entscheiden National- und Ständerat alle vier bis acht Jahre.


Sie machen sich stark für den Durchgangsbahnhof

Konrad Graber, Ständerat Luzern

«Der Durchgangsbahnhof Luzern ist ein Schlüsselelement der schweizerischen Bahnmobilität. Er reduziert die Fahrzeit zwischen Basel und Chiasso um eine halbe Stunde und gewährleistet damit die NEAT-Fahrzeiten auf der Nord-Süd-Achse.»
  

Konrad Graber, Ständerat Luzern, CVP  

«Der Durchgangsbahnhof Luzern entlastet das schweizerische Schienennetz und hilft auf der Nord-Süd-Achse den Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Das ist von nationalem Interesse.»

  

                                                                Prisca Birrer-Heimo,
Nationalrätin Luzern, SP 

Prisca Birrer-Heimo, Nationalrätin Luzern
Hans Wicki, Ständerat Nidwalden und Präsident Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz

«Mehr Züge, bessere Verbindungen und schnellere Fahrzeiten, sowohl in der Zentralschweiz als auch gesamtschweizerisch. Das gibt es nur mit dem Durchgangsbahnhof Luzern.»
 

Hans Wicki, Ständerat Nidwalden, FDP,
und Präsident Industrie- und
Handelskammer Zentralschweiz 

«Der Durchgangsbahnhof macht den drittgrössten Bahnhof der Schweiz zu einem Vollknoten. Alle Züge, die sich im Durchgangsbahnhof treffen, sind zeitlich aufeinander abgestimmt – wie im Bahn-2000-Konzept vorgesehen.»

  

                                                   

Karl Vogler, Nationalrat Obwalden, CSP-OW 

Nationalrat Karl Vogler
Ständerat Damian Müller

«Der geplante Durchgangsbahnhof ist ein existenziell wichtiges Projekt für die Mobilität in der Zentralschweiz.»

 

Damian Müller, Ständerat Luzern, FDP,
im Zentralplus-Blog zum Durchgangsbahnhof



Wo stehen wir? Wie geht es weiter?

Der Bundesrat schickte die Vorlage zum Bahnausbauschritt 2030/35 Ende September in die Vernehmlassung. Ab Herbst 2018 wird der Ausbauschritt 2030/35 vom Bundesparlament beraten.

Da der Durchgangsbahnhof in eine komplexe Topografie eingebettet ist, verursacht seine Realisierung vergleichsweise hohe Kosten. Angesichts des künftigen Mobilitätswachstums im öffentlichen Verkehr (+40

Prozent bis 2030) fällt das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Durchgangsbahnhofs allerdings je länger, je besser aus. Hinzu kommt: Zusammen mit dem Zimmerberg-Basistunnel II verbessert sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Durchgangsbahnhofs zusätzlich. Die Zentralschweizer Kantone stehen deshalb geschlossen hinter den beiden Vorhaben. Im Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2030/35 sollen somit die Voraussetzungen geschaffen werden, dass beide Projekte vorangetrieben werden können.

Die gemeinsamen Forderungen der Zentralschweizer Kantone lauten wie folgt:

  • Es soll die Variante Ausbauschritt 2035 mit 11,5 Milliarden Franken umgesetzt werden, wie vom Bundesrat vorgeschlagen.
  • Der Zimmerberg-Basistunnel II muss im Ausbauschritt 2030/35 projektiert und realisiert werden, wie in der Vernehmlassungsbotschaft vorgesehen.
  • Die Projektierung des Durchgangsbahnhofs Luzern muss unverzüglich aufgenommen und gemäss Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2025 vom Bund finanziert werden. Die Projektierung des Durchgangsbahnhofs Luzern ist zudem explizit im Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2030/35 festzuhalten.
  • Für die Strecke Olten–Sursee–Luzern–Zug muss der Ausbauschritt 2030/35 aufwärtskompatible Massnahmen vorsehen, die bereits vor der Inbetriebnahme der beiden Grossprojekte dringend notwendige Angebotsverbesserungen oder Kapazitätserhöhungen ermöglichen.
  • Für den Durchgangsbahnhof Luzern muss eine für die Kantone tragbare Vorfinanzierung ermöglicht werden. Die in der Vernehmlassungsbotschaft vorgeschlagene Regelung gilt es in diesem Punkt zu klären. Die erforderlichen gesetzlichen Anpassungen müssen dem Bundesparlament gleichzeitig mit dem Bundesbeschluss zum Ausbauschritt 2030/35 unterbreitet werden.

Auf den Durchgangsbahnhof wird indes bereits heute hingearbeitet. Die aktuellen und mittelfristigen Angebotsausbauten sind allesamt kompatibel mit dem Durchgangsbahnhof.


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