Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss – für ein sicheres und prosperierendes Reusstal

Aktuelles

23.05.2017 – Die externe Überprüfung des Projekts «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» zeigt: Das geplante Projekt mit seinem Schutzkonzept und seinen ökologischen Zielen ist richtig angelegt und entspricht den bundesrechtlichen Vorgaben. Die Expertinnen und Experten stützen somit auch die vorgesehene Breite des Gewässerraums. Anpassungsvorschläge machen sie beim technischen Bericht des Projekts. Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement wird diesen überarbeiten, die Projektpläne entsprechend anpassen und das Projekt neu auflegen.

Die Überprüfung des Projekts geht auf ein Postulat zurück, welches das Vorhaben sistieren wollte und das der Kantonsrat im September 2016 für teilweise erheblich erklärte. Als Reaktion auf dieses Anliegen liess der Regierungsrat das Projekt von einer unabhängigen Expertengruppe überprüfen.

  • Medienmitteilung «Überprüfung bestätigt Projekt Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss»
  • Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss – Projekt-Review

Was bringt das Projekt?

Das Reusstal ist einer der bedeutendsten Lebens- und Arbeitsräume im Kanton Luzern – über 135’000 Menschen leben und arbeiten in der Region. Nicht zuletzt mit der Neugestaltung des Seetalplatzes wird sich das Reusstal stark weiterentwickeln. Entsprechend gross ist vor Ort das Bedürfnis nach Sicherheit und Lebensqualität.

Von der Reuss geht aktuell jedoch ein beträchtliches Hochwasser-Risiko aus. Allein die Hochwasserschäden im Jahr 2005 beliefen sich entlang der Reuss und der Kleinen Emme auf 345 Millionen Franken (Schäden an Gebäuden und öffentlichen Infrastrukturen). Das Schadensausmass eines Jahrhundert-Hochwassers wird derzeit mit rund 600 Millionen Franken beziffert – privat versicherte Schäden, Ertragsausfälle der lokalen Wirtschaft sowie Lohn- und Steuerausfälle nicht eingerechnet. Die heutigen Dämme sind über 150-jährig – es besteht die Gefahr, dass sie schweren Hochwassern nicht mehr standhalten.

Betroffene Gebiete bei einem 300-jährlichen Hochwasser im Reusstal (Emmen bis Honau)

Betroffene Gebiete bei einem 300-jährlichen Hochwasser im Reusstal (Emmen bis Honau)

Um die Bevölkerung, die Infrastrukturen und die Unternehmen entlang der Reuss zu schützen und die weitere wirtschaftliche und räumliche Entwicklung im Reusstal zu sichern, will der Kanton Luzern das Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» realisieren. Dieses sieht vor, Schutz- und Renaturierungsmassnahmen miteinander zu kombinieren und damit mehrfachen Nutzen zu stiften:

  • Das Reuss-Projekt schützt Menschen, Tiere, Infrastrukturen und Güter im dreistelligen Millionenbereich.

  • Das Projekt wertet die Reuss und ihren Gewässerraum ökologisch auf.

  • Das Reuss-Projekt erhält bzw. steigert die Lebensqualität der Bevölkerung, indem es neue Erholungsräume schafft und unser Trinkwasser sichert.

Eine andere Lösung als das geplante Reuss-Projekt, das hauptsächlich eine Verbreiterung des Gerinnes vorsieht, gibt es nicht: Höhere Dämme bieten weniger Schutz als eine breitere Reuss, und eine tiefere Reuss würde das Grundwasser im Reusstal, mithin das Trinkwasser im Kanton Luzern gefährden.


Bundesrechtliche Vorgaben

Damit das Reuss-Projekt umgesetzt werden kann, muss es die Vorgaben des Bundes erfüllen. Das eidgenössische Gewässerschutzgesetz schreibt vor, den natürlichen Zustand der Gewässer zu erhalten oder wiederherzustellen und den Gewässerraum (Gerinne plus Uferbereich) ökologisch zu gestalten. Reine Hochwasserschutz-Projekte ohne ökologische Massnahmen, also blosse Dammerhöhungen, werden nicht mehr bewilligt. Eine Sohlenabsenkung als alternatives Schutzkonzept wiederum ist nicht machbar, da damit das Grundwasser im Reusstal, mithin das Trinkwasser im Kanton Luzern gefährdet würde. Beim Reuss-Projekt sorgt deshalb hauptsächlich die Verbreiterung des Gerinnes für den Hochwasserschutz.


Wie viel kostet das Reuss-Projekt?

Die Kosten für das Bauprojekt belaufen sich auf 176 Millionen Franken. Der ursprüngliche Aufwand von 223 Millionen Franken wurde nach dem Vorprojekt um rund 50 Millionen Franken gesenkt. Die vorgesehene Breite des Gewässerraums entspricht den bundesrechtlichen Vorgaben. Der Bund übernimmt daher voraussichtlich gegen 80 Prozent der Kosten bzw. rund 130 Millionen Franken.


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