Gesamtsystem Bypass Luzern

Aktuell

18.12.2017 – Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau, Inwil und Root sprechen sich geschlossen für den Bypass und die Spange Nord aus (siehe Zentralplus-Beitrag). Das «verkehrspolitisch wegweisende Projekt» verbessere die Erreichbarkeit der Rontaler Gemeinden und ermögliche die Umfahrung des stark belasteten Stadtzentrums von Luzern.


13.12.2017 – Für die Planung des Projekts «Spange Nord und Massnahmen für den öffentlichen Verkehr» (siehe Medienmitteilung) soll ein Sonderkredit von 6,5 Millionen Franken gesprochen werden. Der Regierungsrat legt dem Kantonsrat eine entsprechende Botschaft vor. Das Projekt ist ein zentrales Vorhaben des Kantons Luzern zur Entlastung der Innenstadt und zur Förderung des ÖV im Zentrum. Es ist breit abgestützt und fusst auf umfangreichen Vorarbeiten. Der Planungskredit soll nicht zuletzt ermöglichen, die Anliegen der Stadt Luzern bei der weiteren Projektierung soweit möglich einzubeziehen und das Vorhaben voranzubringen.


2.10.2017 – Im Rahmen des Projekts Bypass Luzern wird das Sonnenberg-Südportal verlängert und die Grosshofbrücke neu gestaltet. Die Massnahmen verbessern nicht nur den Lärmschutz, sie schaffen auch neuen Stadt- und Lebensraum. Mit der umgestalteten Grosshofbrücke – mit Park auf dem Dach und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten – entsteht ein neues Eingangstor zu Kriens.


Was bringen der Bypass Luzern und die Spange Nord?

Bypass und Spange Nord verbessern die Erreichbarkeit der Zentralschweiz und der Agglomeration Luzern
Die A2 und die A14 stossen im Raum Luzern an ihre Kapazitätsgrenzen: Bis 2030 dürfte der Verkehr im Reussporttunnel von heute rund 95’000 auf täglich über 110’000 Fahrzeuge ansteigen. Der Bypass sichert die Leistungsfähigkeit des Nationalstrassennetzes im Raum Buchrain–Luzern–Hergiswil, während die Spange Nord die Stadt Luzern vom Verkehr entlastet.

Bypass und Spange Nord entlasten das Stadtzentrum und schaffen Platz für den öffentlichen Verkehr
Die heutige A 2 zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Luzern-Kriens wird nach dem Bau des Bypasses zu einer Stadtautobahn umfunktioniert. Die Spange Nord bringt den Agglomerationsverkehr auf die neue Stadtautobahn. Das reduziert den Verkehr im Stadtzentrum um rund 30 Prozent und schafft Platz für den ÖV und den Langsamverkehr.

Bypass und Spange Nord gehören zusammen: Ihren vollen Nutzen entfalten die beiden Projekte nur gemeinsam
Erst mit dem Bypass kann die heutige A2 zur Stadtautobahn umfunktioniert werden. Und erst die Spange Nord verlagert den Agglomerationsverkehr auf die Stadtautobahn.


Wie funktionieren Bypass und Spange Nord?

Zentrales Element des Nationalstrassenprojekts «Bypass Luzern» ist ein neuer Tunnel-Bypass mit zwei Röhren und je zwei Fahrstreifen zwischen Ibach in Luzern Nord und dem Gebiet Grosshof in Kriens. Nach dem Bau des Bypasses wird die heutige A 2 zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Luzern-Kriens zu einer Stadtautobahn umfunktioniert. Dadurch kann der Anschluss Luzern-Lochhof (zwischen Schlossberg und Fluhmühle) in Betrieb genommen werden. 

Massnahmen Spange Nord

Die Spange Nord und der Anschluss Lochhof verlagern den Agglomerationsverkehr auf die neue Stadtautobahn. Das schafft Raum für durchgehende Busspuren von Kupferhammer (Kriens) bis Luzernerhof (Luzern).

Massnahmen für den öV

Vernehmlassung Spange Nord (Vorprojekt)

Aufgrund der Rückmeldungen aus der Vernehmlassung zum Vorprojekt «Spange Nord und Massnahmen für den ÖV» wurde dieses überarbeitet – mit dem Ziel, einen Mittelweg zwischen Funktionalität, Stadtverträglichkeit und Kosten zu finden.
 
Die Überarbeitung des Vorprojekts bestätigt zum einen die Konzeption der Spange Nord. Zum anderen enthält das überarbeitete Vorprojekt verschiedene Projektverbesserungen. Die Anpassungen lösen Mehrkosten von rund 50 Millionen Franken aus.
 
In ihrer Vernehmlassungsantwort zum überarbeiteten Vorprojekt äusserte sich die Stadt Luzern nach wie vor kritisch zum vorgelegten Spange-Nord-Projekt – gleichwohl sie das Gesamtsystem Bypass Luzern als übergeordnete Massnahme im Agglomerationsprogramm Luzern und die damit verfolgten Ziele anerkennt und Bypass Luzern und Spange Nord wichtige Bestandteile der städtischen Mobilitätsstrategie sind. Die kritische Haltung der Stadt Luzern stellt den weiteren Planungs- und Umsetzungsprozess vor Herausforderungen.
 
Der Kanton Luzern hält am vorgelegten Spange-Nord-Projekt grundsätzlich fest – zumal das Gesamtsystem Bypass Luzern (Bypass Luzern und Spange Nord mit ÖV-Massnahmen) in allen zentralen Planungsinstrumenten des Kantons Luzern verankert ist und von den übrigen Zentralschweizer Kantonen sowie vom Gemeindeverband Luzern Plus unterstützt wird. Der Kanton Luzern wird jedoch im direkten Austausch mit der Stadt Lösungen für eine weitere Verbesserung des Projekts suchen. Der Planungskredit soll denn auch mithelfen, die Anliegen der Stadt Luzern bei der weiteren Projektierung soweit möglich einzubeziehen und das Projekt voranzubringen.

Bypass Luzern und Gemeinde Kriens

Gesamtsystem Bypass Viva

Mit der umgestalteten Grosshofbrücke – mit Park auf dem Dach und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten – entsteht ein neues Eingangstor zu Kriens.

Die Gemeinde Kriens setzte sich im Rahmen der Vernehmlassung zum Bypass-Projekt für eine längere Einhausung der Autobahn auf Gemeindegebiet ein. In einer Ende 2016 bzw. Anfang 2017 beim Bund und beim Kantonsrat Luzern eingereichten Petition erneuerte ein Krienser Nein-Komitee diese Forderung. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat bereits eine Verlängerung des Sonnenberg-Südportals (Gebiet Grosshof) um maximal 300 Meter in das Projekt aufgenommen. Die Anpassungen lösen Mehrkosten von rund 100 Millionen Franken aus. Um die Verlängerung optimal in die Umgebung einzubetten und nutzbar zu machen, führte das Astra zudem einen Projektwettbewerb durch; die Gemeinde Kriens nahm in der Jury Einsitz.

Das Siegerprojekt zur Verlängerung des Sonnenberg-Südportals und Neugestaltung der Grosshofbrücke wurde im Herbst 2017 gekürt. Die Massnahmen verbessern nicht nur den Lärmschutz, sie schaffen auch neuen Stadt- und Lebensraum. Mit der umgestalteten Grosshofbrücke – mit Park auf dem Dach und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten – entsteht ein neues Eingangstor zu Kriens.

Um die weitergehenden Forderungen der Gemeinde bzw. des Nein-Komitees – etwa eine Verlängerung des Schlund-Tunnels Richtung Norden – zu prüfen, führt das Astra zurzeit zusammen mit Kriens, Luzern Plus und der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur eine städtebauliche Potenzialanalyse durch. Ziel ist es, den Mehrwert möglicher Massnahmen aufzuzeigen, die durch Dritte finanziert werden könnten. Kriens fordert jedoch weiterhin eine Integration in das Bypass-Projekt.

Wieviel kosten Bypass und Spange Nord und wer bezahlt?

Die Kosten für das Nationalstrassenprojekt «Bypass Luzern» belaufen sich auf 1,7 Milliarden Franken und werden vollumfänglich vom Bund getragen. Teil des Nationalstrassenprojekts ist auch der Anschluss Luzern-Lochhof. Die Kosten für das Kantonsstrassenprojekt «Spange Nord Massnahmen für den ÖV» liegen bei rund 200 Millionen Franken. Die Kosten für Spange Nord und ÖV-Massnahmen trägt der Kanton Luzern. Das Agglomerationsprogramm des Kantons Luzern sieht allerdings eine Beteiligung des Bundes vor.


Bypass Luzern – so geht's weiter

Das Bypass-Projekt ist weit fortgeschritten und dringend. Der Kanton Luzern fordert deshalb vom Bund, dass es in den Realisierungsschritt 2030 des strategischen Entwicklungsprogramms Nationalstrassen vorgezogen wird.

Spange Nord – so geht's weiter

  • Planungskredit durch Kantonsrat: 2018
  • Bauprojekt, Auflageverfahren und Projektbewilligung: 2018–2022
  • Baubeschluss durch Kantonsrat und Volksabstimmung (obligatorisches Referendum): ab 2022
  • Ausführungsprojekt: ab 2025
  • Geplanter Baubeginn: 2030 – Bauzeit: 5 Jahre
  • Die Massnahmen für den öffentlichen Verkehr werden umgesetzt, sobald die Spange Nord in Betrieb ist.
Planung und Bau der Spange Nord sind abgestimmt auf das Bypass-Projekt.

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