
Es darf mit Fug und Recht als Sensation bezeichnet werden, was am Wochenende in Nyon passierte: Der FC Kantonsrat Luzern gewann das Fussballturnier der eidgenössischen Parlamentarier. Nachdem letztes Jahr noch der 7. Rang herausschaute, durften die Fussballer des Kantonsrats heuer aus den Händen von UEFA-Präsident Michel Platini den Siegerpokal entgegen nehmen.
Sowohl in den vier Gruppenspielen wie auch in den Finalspielen musste das homogen auftretende Team gegen hochkarätige Gegner antreten und kassierte dabei keinen einzigen Gegentreffer. Somit reichten in den Gruppenspielen gerade mal zwei geschossene Tore um die Finalspiele zu erreichen. Diese gingen allesamt 0:0 aus, womit die Entscheidung jeweils erst im Penaltyschiessen fiel. Und jedes Mal bewiesen die Kantonsräte, dass sie absolut keine Nerven haben – oder solche aus Drahtseil.
Der Final gegen das Team Appenzell entwickelte sich zu einem leidenschaftlichen Kampf. Aber auch hier brachte die reguläre Spielzeit keinen Sieger und wieder hielten die Luzerner Nerven: Mit 4:3 in der Penaltyentscheidung errang der FC Kantonsrat den Sieg.
Dieser tolle Erfolg anlässlich des 25. Parlamentarier-Turniers, und erst noch am Sitz der UEFA, kam verdient zustande, ist er doch ein Musterbeispiel an Effizienz: Mit nur gerade zwei aus dem Spiel heraus erzielten Toren in sieben Spielen erreichte man den Turniersieg. Der Sieg ist denn auch in erster Linie dem überragenden Torhüter Markus Kälin (einer Verstärkung des FC Kantonsrat aus der kantonalen Verwaltung) zu verdanken, der seinen Kasten in allen sieben Spielen rein halten konnte.
Gruppenspiele:
Luzern
– Wallis 1:0
Luzern – UEFA-Team 0:0
Luzern
– Solothurn 1:0
Luzern – Thurgau 0:0
Viertelfinal: Luzern – Tessin 0:0; 4:3 nach Penaltyschiessen
Halbfinal: Luzern – Jura 0:0; 5:4 nach Penaltyschiessen
Final: Luzern – Appenzell 0:0; 4:3 nach Penaltyschiessen

Bildlegende:
Auf dem Siegerbild sind Offizielle, das Team des FC Kantonsrat, Supporterinnen und Fans friedlich und glücklich vereint.
Hintere Reihe von links: Coach Urs Dickerhof, Hildegard Meier, Adrian Bühler, Sepp Furrer, Moritz Bachmann, Torhüter Markus Kälin, Pascal Ludin, UEFA-Präsident Michel Platini, OK-Chef Jacques Perrin, Stefan Roth, Esther Schönberger, Angela Pfäffli, Daniel Gsponer, Jakob Lütolf, Marcel Omlin.
Vordere Reihe von links: Urs Thumm, Lathan Suntharalingam, Stefan Wassmer, Rolf Born, Gianmarco Helfenstein. Nicht auf dem Bild: Patricia Schaller.
(Bild: Patricia Schaller)
Urs Dickerhof kann es noch nicht recht fassen: "Das Gefühl ist unbeschreiblich: Wir sind tatsächlich die Besten! Die Freude steigert sich eigentlich immer noch, auch einen Tag danach. Was wir geschafft haben! – Eigentlich müsste es ja heissen: Was uns passiert ist. Denn mit dem Sieg haben wir nicht gerechnet, nicht rechnen können. Wir haben den Poklagewinn in erster Linie unserem überragenden Torhüter zu verdanken (Anm. d. Red.: Markus Kälin, Leiter Jugend und Sport im Bildungs- und Kulturdepartement, war Nationalliga-B-Torhüter)."
Für
Urs Dickerhof hat der Sieg übrigens noch Folgen. Nach dem letzten Turnier, als der FC Kantonsrat den
siebten Rang erreichte, motivierte er seine "Jungs" für die Zukunft mit dem Versprechen: "Bei
einem 5. Platz spendiere ich Cheerleader-'Poms', für Bronze gibt’s ein T-Shirt für alle und ein Sieg
ist mir einen Blaser in den Kantonsfarben wert!" – Das war etwas leichtfertig hergesagt, wie er
heute gestand.
Reglemente des schweizerischen
Fussballverbandes(Link öffnet in neuem Fenster)
Die FIFA-Regeln(Link öffnet in neuem Fenster)
| 1 | Luzern |
| 2 | Appenzell |
| 3 | Jura |
| 4 | Uefa |
| 5 | Tessin |
| 6 | Wallis |
| 7 | Waadt |
| 8 | Bern |
Weiter waren dabei, haben aber die Gruppenspiele nicht überstanden:

